Die oben beschriebenen Fördermethoden gehören der Onshore-Förderung an, d.h. das Öl wird auf dem Festland zu Tage gebracht. Im Gegensatz dazu gibt es noch die Offshore-Förderung, bei der die Lagerstätten in marinen Gebieten liegen und demzufolge die Förderung auf See erfolgen muss (offshore = vor der Küste gelegen). Die Bohrtechnik ist zwar identisch mit der Onshore-Förderung, jedoch gibt es einen Unterschied in den Bohranlagen, insbesondere bei der Verbindung von Bohrgestänge und Bohranlage. Die Bohranlagen unterscheiden sich je nach Tiefe der Lagerstätten:
flache Gewässer: feststehende Plattformen
bis 200m: mobile Plattformen
bis 300m; Halbtaucher-Plattformen
bis 1000m: Bohrschiffe
Offshore-Bohrungen in der Nordsee
Die Nordsee hat eine Fläche von rund 575.000 Quadrat-Kilometern und gehört zu den größten Offshore-Fördergebieten weltweit. Aufgrund der globalen Ölkrise in den 70er Jahren suchte die Ölindustrie nach neuen Fördermöglichkeiten. Die Ölkrisen 1973 und 1979 verschafften Klarheit seitens der Ökonomen und Politiker über die Abhängigkeit von der OPEC und über die Bedeutung des schwarzen Goldes für die Weltwirtschaft. Die Energiepolitik und die Suche nach alternativen Energiequellen wurde zu einem der wichtigsten Themen Ende der 70er. In diesem Zusammenhang wurde die Nordsee, deren ersten erfolgreichen Explorationen im selben Zeitraum mit der Ölkrise stattfanden, als eines der größten Investitionsvorhaben entdeckt. Norwegen wurde über Nacht zu einer der stärksten Ölnationen weltweit. Zwar wurden schon seit Anfang der 60er Erdgasfelder entdeckt und auch produziert, jedoch wurde die Suche nach Erdöl erst nach 1973 verstärkt. Nach der zweiten Ölkrise 1979/80 und der Förderung aus den alternativen Energiequellen der Nordsee ging der Preis für Erdöl wieder zurück und stabilisierte sich. Die Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas in der Nordsee teilen sich die folgenden Länder: