Klima Bündnis - Schwarzes Gold aus grünen Wäldern - Erdöl aus Amazonien
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Der eigentliche Fördervorgang wird in drei Förderarten unterschieden, die zeitlich nacheinander erfolgen:

 

1. Primärförderung

2. Sekundärförderung

3. Tertiärförderung

 

In der sogenannten Ölfalle steht das Erdöl unter einem Druck, der auch als Lagerstättendruck bezeichnet wird. Zusammen mit dem natürlichen Lagerstättendruck treibt das frei werdende Gas, das sich aufgrund des hohen Drucks (bis 400 bar) und der hohen Temperatur (bis 100° C) vom Öl loslöst, das Erdöl in das Bohrloch. Folglich kann man bei der Primärförderung 2 Arten der Förderung unterscheiden: die Eruptivförderung und die Pumpförderung. Bei der Eruptivförderung kann der natürliche Lagerdruck genutzt werden, der groß genug ist, um das Erdöl an die Oberfläche zu befördern. Während der Beförderung des Öls schwächt der Druck allerdings langsam ab und muss irgendwann durch künstliche Hilfsmittel kompensiert werden. An diesem Punkt oder auch schon vorher setzt die Pumpförderung ein, bei der durch ein Ventilspiel in Verbindung mit einem Vakuum das Erdöl an die Oberfläche transportiert wird. Die Gestängetiefpumpen mit ihrem charakteristischen „Pferdekopf“ am Bohrloch sind die am häufigsten verwendeten Pumpen.

Die Ausschöpfung durch das Primärverfahren liegt durchschnittlich bei 25% des Lagerstätteninhalts.

 

Anschließend findet die Sekundärförderung statt, die von der Ölindustrie entwickelt wurde, um die Ölförderungen zu intensivieren. Der Gesamtdurchschnitt der Ölförderung kann während diesem Verfahren auf durchschnittlich 33% erhöht werden. Dabei wird der Lagerstättendruck künstlich erhöht, um die Abschwächung des Drucks zu kompensieren. Unterscheiden kann man hier die 2 bedeutendsten Methoden: zum einen die Gasliftförderung und zum anderen die Wassereinpressung.

Das Verfahren der Gasliftförderung verlängert das freie Ausfließen des Öls, indem es in das Bohrloch Gas injiziert und somit unter ausreichend Druck setzt. Sein Anwendungsgebiet ist vor allem die Erdölförderung aus größeren Tiefen (auch: Teufen) zwischen 2500 und 3500 Metern, wo es dem Pumpverfahren vorgezogen wird. Voraussetzung ist das Auftreten ausreichender Gasmengen. Die Pumpförderung stellt das häufigste künstliche Förderverfahren dar. Die Wassereinpressung (auch: Wasserfluten) ist die häufigere Methode, bei der Wasser in die Lagerstätte eingeleitet wird, um den Druck auf das Speichergestein kontinuierlich zu erhöhen oder aufrecht zu erhalten. Auf diese Weise lässt sich auch die Geschwindigkeit der Ölförderung steigern.

 

Die Tertiärförderung kann die Gewinnung von Erdöl auf 45% erhöhen, wird allerdings aufgrund der hohen Kosten nur eingesetzt, wenn zuvor der wirtschaftliche Nutzen überprüft wurde. Bei diesem Verfahren wird auf die Kappilarkräfte eingewirkt, die das Erdöl im Speichergestein halten und eine Migration oder Bewegung im Porenraum verhindern. Durch thermische Verfahren soll die Ölviskosität (Zähflüssigkeit) verringert werden, um die Fließfähigkeit des Öls zu verbessern. Chemische Verfahren sollen die Kappilarkräfte dadurch verringern, indem sie die Grenzflächenspannung zwischen Öl und Wasser reduzieren.

 

Vor der Weiterverarbeitung in Raffinerien muss das geförderte Öl noch oberirdisch aufbereitet werden, um es von Erdgas und Verunreinigungen mit Wasser, Sand und Salz zu trennen. Das Erdgas wir durch mehrere Seperatoren (=Gasabschneider) geleitet und dann an der Oberfläche meistens direkt verbrannt. Die Verunreinigungen durch Sedimentation werden in Sammeltanks vom Öl getrennt. Die emulsionsartige Verbindung des Wassers mit Öl wird durch einen chemischen Spalter aufgelöst und das Wasser separiert. In Entsalzungsanlagen wird abschließend der Salzgehalt des Öls auf ein Minimum reduziert.

 

Offshore-Förderung