Allgemeine Daten
(Hier finden Sie weitere Länderinformationen)
Bevölkerung: 13,8 Millionen mit einem Bevölkerungswachstum von 1, 91 %
Fläche: 283.561 km²
Landschaft: Pazifikküste, Andenhochland, Tiefland im östlichen Regenwald
Klima: An der Küste tropisch, im andinen Innland kühler werdend und trocken, im Regenwald tropisch
Bruttosozialprodukt: 2000 betrug das BSP 20,2 Milliarden US $, das Wachstum 2,9 %
Rohstoffe: Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zink, Kalkstein, Marmor, Ton, Gips, Bimsstein, Schwefel, Feldspat und Antimon
Ethnische Zusammensetzung
Mestizen 65 %
Indianer 25 %
Nachfahren der Spanier 7 %
Schwarze 3 %
Zu der indianischen Bevölkerung zählen zwölf Völker und Sprachen. Die stärkste Gruppe bilden die Quichua. Weitere Völker sind die Shuar, die Chachi, die Tsáchila, die Huaorani, die Siona-Secoya und die Achuar.
Die Rolle des Erdöls in Ecuador
Seit den 1970ern hat das Öl eine wichtige Rolle in der ecuadorianischen Wirtschaft. Das Land ist eines der größten Erdölexporteure Lateinamerikas. Der Erdölsektor macht etwa 1/5 der gesamten Wirtschaft des Landes aus. Über 90 % der Auslandsinvestitionen gehen in den Ölsektor.
Erdölreserven
Die geschätzten Reserven belaufen sich zur Zeit auf 3,4 Milliarden Barrel. Nachgewiesen sind bislang aber nur 2,1 Milliarden Barrel.
Erdölförderung
Ecuador ist Lateinamerikas sechstgrößter Erdölproduzent und viertgrößter Erdölexporteur.
Die Rohölförderung wird für 2001 auf 422.000 Barrel am Tag geschätzt.
Das staatliche Unternehmen PetroEcuador ist für 55 % der Produktion verantwortlich. Es will seine Produktion von 230.000 Barrel am Tag bis 2005 auf 600.000 Barrel erhöhen.
Insgesamt stellte das Land 2001 53.933 Millionen Barrel Produkte aus raffineriertem Öl her.
Interner Erdölverbrauch
Rund 20 % des ecuadorianischen Strombedarfs werden in Wärmekraftwerken durch die Verbrennung von Kohle oder Erdöl produziert.
Ecuador selbst verbraucht täglich lediglich 129.000 Barrel Erdöl.
Erdölexport
Ecuador ist eines der größten lateinamerikanischen Erdöl-Exportländer. 2001 exportierte das Land 276.000 Barrel pro Tag. Insgesamt machte das Erdöl im Jahre 2000 44 % des Gesamtexportes aus.
Erdölfelder
Die Erdölfelder liegen fast ausschließlich im Nordosten des Landes, im Amazonasbecken: Auf den Felder Shushufindi (665 Mio. Barrel), Sacha (311 Mio. Barrel), Libertador, Cononaco und dem Aucafeld finden 85 % der gesamten Erdölproduktion statt.
Chiles staatliche internationale Erdölunternehmen Sipetrol hat sich mit PetroEcuador zusammengeschlossen, um auf vier Feldern zu fördern: Paraiso, Biguno, Huachito und Mauro Davalos Cordero. Das Projekt beläuft sich auf Kosten von insgesamt 80 Millionen US $ für vier Jahre. Die Felder haben geschätzte Reserven von 51 Millionen Barrel und einen möglichen Ertrag von 18.000 Millionen Barrel in den vier Jahren.
Ein anderes Projekt befindet sich auf den Eden-Yuturi-Feldern, die eine Fördermenge von 45.000 Barrel am Tag haben. Die Felder befinden sich in Kontrolle der Occidental Petroleum.
Erdgasreserven
Die gesicherten Erdgasreserven beliefen sich in 2001 auf ca. 28,5 Milliarden m³.
Erdgasförderung
Die Förderung lag in den letzten 10 Jahren nie bei mehr als durchschnittlich 140 Millionen m³ und diente vornehmlich dem Eigenbedarf des Landes.
Infrastruktur
Trans-Ecuadorian (SOTE): Die wichtigste Pipeline hat eine Länge von 482,4 km und erstreckt sich von den Erdölfeldern bei Lago Agrio im Osten bis in die Nähe von Esmeraldas an der Pazifikküste. Ihre Kapazität beträgt um die 390.000 Barrel am Tag.
Außerdem existiert eine 305 km lange Gaspipeline zwischen Shushufundi und der Hauptstadt Quito. Die Raffineriekapazitäten der fünf existierenden Raffinerien liegen bei 177.000 Barrel pro Tag..
Eine weitere Pipeline, die 503 km lange Oleoducto de Crudos Pesados (OCP) wird seit Juni 2001 gebaut. Sie soll den Transport von Schweröl anstelle von SOTE übernehmen. Obwohl für die Pipeline noch eine andere Route in Frage gekommen wäre, soll sie vom östlichen ecuadorianischen Regenwald über die Anden zu einem Hafen an der Pazifikküste verlaufen. Fünf Unternehmenszusammenschlüsse finanzieren und leiten den Bau der US $1,3 Milliarden teuren Leitung: Canada's EnCana (Alberta Energy und Repsol-YPF); Perez Companc und Techint; Occidental, Kerr-McGee und Agip. Finanzielle Kredite stammen von der Westdeutschen Landesbank, Citibank und J Morgan Chase. Das Bankenkonsortium unterstützt mit einem Kredit von 900 Millionen US $ das Projekt zu 80 %. Die Pipeline soll eine Kapazität von 450.000 Barrel am Tag haben, wird aber nur um die 250.000 Barrel am Tag transportieren.
Eine kleinere Pipeline wurde in den 1980ern nach Kolumbien, dem Hafen Tumaco, gebaut. Sie transportiert um die 45.000 Rohöl Barrel am Tag.
Erdölfirmen in Ecuador
PetroEcuador ist die staatliche Erdölfirma. Seit 1999 sucht das Land nach privaten Unternehmen. In Ecuador tätig sind bislang: PetroEcuador, Agip (Italien), Alberta Energy Co., Enap, Kerr-McGee, Occidental Petroleum, Perez Companc, Repsol YPF, Techint.
Regenerative Energiequellen
Etwa 80 Prozent seiner Stromerzeugung erzeugt Ecuador durch Wasserkraftwerke. 2001 waren drei der sechs größten Stromwerke des Landes Wasserkraftwerke. Im Jahr 2000 produzierte das Land 10.521 Gigawatt Stunden (GWh), von denen 7.595 GWh, bzw. 72 %, von den Wasserkraftwerken eingespeist wurden.
Der Markt von anderen alternativen Energiequellen ist noch sehr klein, hat jedoch Zukunftsperspektiven.
Ökologische Aspekte
Ölunfälle sind in Ecuador an der Tagesanordnung. Erst im Mai 2003 hat ein Erdrutsch zu einem wiederholten Ölpipeline-Bruch am Lago Agrio geführt.
Rund 900.000 Liter Rohöl flossen aus und verseuchten unter anderem den Fluß El Salado. Dies war der zweite schwere Ölunfall innerhalb von vier Wochen. Wegen der starken Regenfälle und des schwierigen Terrains war es Medienberichten zufolge zunächst nicht möglich, die weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern.
Die Umwelt Ecuadors ist durch die Erdölindustrie schwer bedroht. Über 30 Jahre Ölförderung und -transport haben ihre Spuren hinterlassen. In Lago Agrio läuft derzeit ein großes Verfahren gegen die Petroecuador-Vorgängerin ChevronTexaco wegen Umweltverschmutzung in den Jahren 1971 bis 1992. Über 68 Milliarden Liter ölverseuchten Wassers sollen nach Angaben von Greenpeace in diesem Zeitraum in Flüsse und Sümpfe geleitet worden sein und Trinkwasserquellen vergiftet haben.
Auch der Bau der zweiten Pipeline ist sehr umstritten. Sie soll durch ein Regenwaldgebiet verlaufen und hat schwerwiegende Folgen für die dort ansässige indianische Bevölkerung.
CO2-Ausstoß
Die CO2-Emissionen betrugen 2001 5,39 Millionen Tonnen. Davon bestand 4,79 Millionen aus Erdölprodukten und 600.000 aus Naturgas. Die CO2-Emission durch Kohle ist verschwindend gering.
Die Situation der Indigenen Völker
Seit Beginn der Erdölförderung in Ecuador in den 1970er Jahren hat sich die Situation der Bevölkerung dramatisch verschlechtert, die Auslandsverschuldung ist gestiegen, und Ecuador hat die zur Zeit höchste Pro-Kopf-Verschuldung in Lateinamerika. Seit dem Beginn des Erdölbooms 1972 sind in der Tieflandregion Ecuadors über 1 Millionen Hektar Land von Bauern, die ursprünglich aus dem Hochland stammen, in Besitz genommen worden. Die Erhöhung der Erdölförderung bedeutet eine tiefere Verstrickung in die Schuldenspirale, um den Schuldendienst zu erfüllen. Leidtragende sind seit Jahrhunderten die dort lebenden Ureinwohner und die Natur.
Offiziell bekommen die Indigenen mit der Verfassung von 1998 einige Rechte zugesichert. Neben dem Recht auf ihre eigene Sprache und Kultur, haben sie auch ein Mitspracherecht bei dem Umgang mit nicht erneuerbaren Ressourcen.
Laut der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die Ecuador ratifiziert wurde, ist die Zustimmung der indianischen Bevölkerung zu Projekten erforderlich. Bei dem Bau der Pipeline ist dies jedoch nicht der Fall. Auch andere Fälle von Verstößen gegen die Bestimmungen der Konvention sind von Experten der ILO behandelt worden.
Quellen:
Fossil Energy International - Ecuador
Nationmaster - Ecuador
Zusammengesellt von Annabell Hummel
Bearbeitet von Barbara Schweitzer