Erdöl gehört zu den Grundlagen des Produktions- und Konsumsystems der industrialisierten Welt. Die tägliche Autofahrt zur Arbeit, die Flugreise zum fernen Strand, die beheizte Wohnung im Winter oder die Tomaten und Gurken aus den Gewächshäusern sind eine Selbstverständlichkeit geworden. In Europa durchzieht der endliche Rohstoff "Erdöl" das gesamte Alltagsleben und findet auch bei der Herstellung von Herrenhemden und Damenstrumpfhosen, Mülltonnen oder Autoreifen, Medikamenten, Kosmetika, Waschmitteln, Lacken und Farben, Kunstdünger oder Klebstoffen Verwendung.
Während die Umweltprobleme infolge von Tankerunglücken, Pipeline-Lecks, der Versenkung von Bohrinseln im Meer und nicht zuletzt der anthropogenen Treibhauseffekt ins Bewusstsein gedrungen sind, sind die entwicklungspolitischen Folgen dieses Rohstoffs weitgehend unbekannt.
Für die Entwicklungsländer, die das Erdöl fördern und es in die Industrienationen liefern, haben sich die Hoffnungen auf Wohlstand politischer Unabhängigkeit nicht erfüllt. Besonders die in Nähe der Bohrinseln lebenden Menschen, zu denen immer mehr indigene Völker zählen, ist das Erdöl nicht zu einem Segen sondern zu einem Fluch geworden.