Allgemeine Daten
(Hier finden Sie weitere Länderinformationen)
Bevölkerung: 8.515.000, die Wachstumsrate beträgt 2,4%. Die Bevölkerungsdichte beträgt 7, 8 Personen pro km².
Fläche: 1.098.581 km²
Landschaft: Bolivien ist eines von zwei Binnenländern in Südamerika. Es gibt zwei geographische Hauptregionen: das Andenhochland im Südwesten und das Tiefland im Norden und Osten.
Klima: Vier verschiedene Klimaregionen: die tropische, die subtropische, die gemäßigte und die kalte Zone. Zwei Drittel Boliviens weisen vorwiegend tropisches Klima auf.
Bruttosozialprodukt: Das Wachstum des Bruttosozialprodukt betrug 2000 2,4 %. Mit einem jährlichen Pro-Kopf Einkommen von US $600, zählt Bolivien neben Haiti zu den ärmsten lateinamerikanischen Ländern.
Rohstoffe: Zinn, Erdgas, Erdöl, Zink, Wolfram, Antimon, Silber, Eisenerz, Blei, Gold, Nutzholz.
Ethnische Zusammensetzung
Bolivien bietet eine ethnische Vielfalt. Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus:
55 % Indigene
30 % Mestizen (Indianer und Weiße)
15 % Weiße
Die Indigenen stellen mit 4,2 Millionen und 34 verschiedenen Völkern die Bevölkerungsmehrheit. Die Bevölkerungsgruppe der Indigenen besteht zum größten Teil aus den Quechua und den Aymara. Aber auch andere Indianerstämme, wie die Chiquitano, die Chiriguano, die Tsimané und die Guarayo sind in Bolivien vertreten.
Erdölreserven
Bolivien hat große Erdöl- und Erdgasvorkommen und ist auf dem Weg zu einem der wichtigsten Erdölexportländer in Zentral- und Südamerika zu werden. Der Anteil am Bruttosozialprodukt macht jedoch zusammen mit dem Bergbau nur 10 Prozent aus.
Nach Angaben der Regierung erhöhten sich die bekannten Erdölreserven im Jahr 2000 von 151,1 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) aus dem Jahr 1999, auf 396,5 Millionen Barrel. Seit 2001 spricht man bereits von 440, 5 Millionen Barrel.
Erdölförderung
2001 betrug die tägliche Förderung des Erdöl 44.340 Barrel, 1990 dagegen nur 26.000 Barrel pro Tag.
Interner Erdölverbrauch
Im Jahr 2000 betrug der Selbstbedarf etwa 48.000 Barrel pro Tag, was 8.000 Barrel unter der täglichen Produktionsmenge lag.
2001 betrug der tägliche Bedarf 49.000 Barrel, bei einer Produktion von 44.000 Barrel pro Tag. Bolivien selbst importiert Dieselöl.
Erdöl Export
Im Jahr 2001 exportierte Bolivien 831 Barrel am Tag.
Erdölfelder
1997: 16 Blöcke
1998: 6 Blöcke
1999: 5 Blöcke (Pluspetrol war der einzige Anbieter)
2000: 2 Blöcke (Petrogas Energy, Matpetrol)
2001: 4 Blöcke
Erdgasreserven
Bolivien hat nach Venezuela die zweitgrößten Erdgasvorkommen in Südamerika.
Die geschätzte Kapazität betrug 2002 ca. 672 Milliarden m³ (24 Billionen Kubikfuß).
In diesem Jahr sind die nachgewiesenen Erdgasreserven auf rund 1,484 Billionen m³ (53 Trillionen Kubikfuß) gestiegen, womit das Land die größten freien Gasreserven in Lateinamerika besitzt. Weltweit rangiert Bolivien auf Platz drei. Allein 85 % des Erdgases kommen aus der südlichen Region Tarija.
Erdgasförderung
Erdgas wird seit 1960 gefördert. Die größten Erdgasproduzenten sind Petrobras, TotalFinaElf, BP Amoco, British Gas, ExxonMobil und Repsol YPF.
Nur ein kleiner Teil des Erdgasvorkommens wird gefördert. 2001 belief sich die Produktion auf 4,004 Milliarden m³ (=0,143 Billionen Kubikfuß). In den nächsten 20 Jahren werden höchstens 20 % der Ressource verbraucht sein.
Erdgasverbrauch
Der Verbrauch lag 2001 bei 1,148 Milliarden m³ (0,041 Billion Kubikfuß).
Erdgas Export
Brasilien ist Boliviens einziger größerer Exportmarkt. Nach Argentinien und andere Nachbarländer werden nur geringe Mengen exportiert. Der Export in die USA wird noch diskutiert.
1993 wurde mit Argentinien ein Abkommen über Erdgaslieferungen in Höhe von US $95 Mio. abgeschlossen, weitere Lieferverträge mit Brasilien und mit Chile folgten.
Infrastruktur
Mit Brasilien zusammen hat Bolivien eine 2.453,88 km lange Pipeline von Bolivien nach Brasilien errichtet, um Erdgas von Santa Cruz nach Sao Paulo zu transportieren. Das Projekt wurde im März 2000 fertiggestellt, kostete 2,15 Billionen Dollar und wurde zu fast 43 % von dem Unternehmen Petrobras finanziert. Bis heute hat Petrobras Vorrechte an der Nutzung der Pipeline.
Eine weitere Leitung wurde von San Alberto nach San Antonio gelegt und hauptsächlich von drei Firmen finanziert.
In Planung ist auch der Transport von Erdgas nach Kalifornien. Dies verlangt eine neue Leitung von Bolivien zur chilenischen oder peruanischen Küste. Von dort würde das Öl per Tanker nach Mexiko gebracht werden, von wo es dann in die US-Leitungen gelangen würde. Die Kosten betragen 2,5 Billionen Dollar.
Des weiteren soll Bolivien Erdgas nach Argentinien liefern.
"Liquefied Natural Gas"
Jüngste Gasfunde eröffnen weitere interessante Perspektiven. Der bereits nach Brasilien bestehende Flüssiggasexport soll auf die USA und Mexiko ausgeweitet werden.
Verflüssigt werden kann Gas durch Kältekompressoren. Dies dient dem wirtschaftlicheren Transport von Gas in Druckbehältern. Es kann so beispielsweise über dem Seeweg transportiert werden.
Organisation
Die staatliche Ölgesellschaft Yacimientos Petroliferos Fiscales Bolivianos (YPFB) wurde 1994 privatisiert. Teile wurden an BP, an Repsol YPF, an Perez Companc und an Pluspetrol verkauft.
Erdöl- und Erdgasfirmen in Bolivien
Zur Zeit sind in Bolivien 17 Erdölkonzerne aktiv, die größten werden im folgenden genannt:
Die brasilianische Firma Petrobras: Im Dezember 2000 konnte das Unternehmen auf seinem Gebiet Ölreserven von 747 Millionen Barrel (= 1,108.852 Billionen Liter) nachweisen.
 | die bolivianische Firma Matpetrol
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 | Orca Petroleum
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 | Perez Companc
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 | Red Electrica Expana
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 | Royal Dutch / Shell
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 | BG, BHP... |
Europäische Firmen
Regenerative Energiequellen
In Bolivien gibt es zwei große Flusssysteme, den Amazonas und den Parana. Alle Wasserkraftwerke werden von drei Unternehmen betrieben. Im nächsten Jahrzehnt plant das Land doppelt so viel Kapazität durch wasserbetriebene Generatoren zu haben als bisher.
Ein weiterer wichtiger Energieträger ist die Biomasse und die Solarenergie. Bolivien produziert annähernd 0,1 Billionen kWh Elektrizität durch regenerative Energien.
Ökologische Aspekte
Die Naturverbände sind gegen einen Ausbau der Bolivien-Brasilien-Pipeline, da diese durch den Chiquitano Regenwald gehen würde, der einer der letzten intakten Wälder weltweit darstellt. Außerdem unterstellen sie dem auf Erdgas orientierten Land, es würde weder auf Wasser- und Luftverschmutzung achten, noch das illegale Jagen kontrollieren und auch nicht die Zugänge zu den Erdgasleitungen kontrollieren.
CO2 - Ausstoß
Von 1990 bis 2001 läßt sich fast eine Verdoppelung des CO2-Ausstoßes durch Erdgas und Erdöl feststellen. Während 1990 noch 1,38 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangten, waren es 2001 bereits 2,62 Millionen Tonnen.
Zur Situation der Indigenen
Die zuständige staatliche Behörde für indigene Völker ist das Vizeministerium für indigene Angelegenheiten, das dem "Ministerium für Angelegenheiten der Landbevölkerung, Indigenen, Frauen und Senioren" zugeordnet ist. Nach Regelungen des Umweltschutzgesetzes müssen die Indigenen konsultiert werden, wenn auf ihren Gebieten Erdöl gefördert wird. Indigene kritisieren jedoch, dass dies nicht oder nur ungenügend getan wird.
Quellen:
Fossil Energy International - Bolivia
Nationmaster - Bolivien
Zusammengesellt von Annabell Hummel
Bearbeitet von Barbara Schweitzer