Klima Bündnis - Schwarzes Gold aus grünen Wäldern - Erdöl aus Amazonien
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Allgemeine Daten

(Hier finden Sie weitere Länderinformationen)

Bevölkerung: 41.642.000 Einwohner bei einer Wachstumsrate von 1, 56%

Fläche: Viertgrößtes Land in Südamerika, 1.138.910 km²

Landschaft: Die Anden durchziehen das Land von Süden nach Norden in drei Bergketten und fallen schließlich zu den Ebenen der karibischen Küste ab. Kolumbien hat 2.900 km Küste, davon 1.600 km am atlantischen (Karibik) und 1.300 km am pazifischen Ozean. Fünf Natur- und Kulturräume lassen sich unterscheiden: Andenregion, Karibik, pazifisches Tiefland, östliche Tiefebene (mit weitläufigen Savannen) und Regenwälder des Amazonasbeckens.

Klima: Kolumbien befindet sich in den Tropen. Das Klima wechselt aber mit der jeweiligen Höhenlage. Die niedrigen Küstengegenden und die Täler der Flüsse Patía und Magdalena sind tropisch und es herrschen durchschnittliche Jahrestemperaturen von 24 °C bis 27 °C. Von ungefähr 450 m bis 2 300 m ist das Klima subtropisch, darüber herrscht bis in eine Höhe von 3 000 m ein gemäßigtes Klima. Über circa 3 000 m befindet sich die kaltgemäßigte bis kalte Klimazone, in der sich die Temperaturen zwischen -18 °C und 13 °C bewegen.

Bruttosozialprodukt: 2000 betrug das BSP pro Kopf US $1.890

Rohstoffe: Die natürlichen Ressourcen sind Erdöl und -gas, Kohle, Stahl, Erze, Nickel, Gold, Kupfer, Smaragde und Wasserkraft.

Ethnische Zusammensetzung

Mestizen 58 %

Weiße 20 %

Mulatten 14 %

Schwarze 4 %

Sonstige 4 %

Die indigene Bevölkerung stellt nur 2 % an der Gesamtbevölkerung dar. Sie stellen sich zusammen aus den Guajio, den Páez, den Cuaiquer, den Catío, den Inga und den Guahibo.

Erdölreserven

1,8 Milliarden Barrel Erdöl

Erdölförderung

Drittgrößter Ölproduzent Lateinamerikas

1999  830.000 Barrel am Tag

2001  616.000 Barrel am Tag

2002  591.250 Barrel am Tag

Ecopetrol möchte bis 2010 die Erdölförderung auf 850 000 Barrel am Tag erhöhen.

Interner Erdölverbrauch

2001 lag der Konsum von Erdöl bei 252.000 Barrel pro Tag

2002 nur noch bei 239.000 Barrel am Tag

Erdöl Export

Der Erdölsektor ist mit einem Exportanteil von 20 % in Kolumbien führend und macht mit einem Anteil von 4,5 % am Bruttosozial-produkt etwa $2 Millionen Gewinn pro Jahr.

2002 exportierte Kolumbien 256.000 Barrel am Tag in die USA.

Gründe für die sinkende Erdölförderung:

Guerillaverbände attackieren seit längerer Zeit die Ölindustrie. Die beiden größten haben allein im Jahr 2002 170 Anschläge auf Ölleitungen verübt.

Erdölfelder

Cusiana Cupiagua: 1,6 Milliarden Barrel Erdölreserven (Produzent vor allem BP Amoco)

Cano Limón Feld: 76.533 Barrel pro Tag im Juni 2002 (Produzenten vor allem US-Unternehmen)

Erdgasreserven

126 Milliarden m³ (Januar 2003)

Im Januar 2002 betrugen dagegen die Reserven nach Angaben des CIA Factbooks 132 Milliarden m³.

Insbesondere lagern die Erdgasvorkommen an der Nordküste und Barranca.

Erdgasförderung

Förderung zu 80 % in der Guajira Halbinsel.

Gleichmäßige Förderung seit vielen Jahren, 2001 und 2002 wurden 5,628 Milliarden m³ (201 Billionen Kubikfuß) gefördert.

Erdgasverbrauch

Komplett Eigenbedarf ® kein Export

Organisation

Es gibt drei Hauptunternehmen:

Ecopetrol: organisiert die Forschung von Erdgasreserven

Die Energie und Gas Regulierungskommission (CREG): kontrolliert den Erdölmarkt

Ecogas: managt den Transport des Erdgases

Infrastruktur

Erdöl: Ecopetrol ist für den Transport des Erdöls verantwortlich

Es gibt fünf Haupterdölleitungen:

  - Ocensa Leitung: 500 km Lang, transportiert 615 Barrel am 

    Tag von den Cusiana und Cupiagua Feldern

  - Cano Limón Leitung: 490 km lang

  - Alto Magdalena sowie

  - Kolumbianische Ölleitungen; außerdem die

  - TransAndino, die Schweröl von Ecuador nach Tumaco  

     transportiert

Insgesamt beträgt die Länge der Ölleitungen 6.881 km, Haupttreffpunkt der Leitungen ist in Córdoba.

Erdgas: Exogás und Promigas sind für den Transport verantwortlich

1.562 km Erdgasleitungen

Hauptgasleitungen:

  - Mariquita - Cali

  - Ballena - Barrancabermeja

  - Barrancabermeja - Neiva-Bogotá 252.000

Geplant ist eine 592 km lange Pipeline die sich vom Hafen in Cartagena bis nach Colon in Panama erstreckt. Die US $300 Millionen teure Pipeline wird etwa eine Transportmöglichkeit von 1,96 Millionen m³ haben.

Erdöl- und Erdgasfirmen in Kolumbien

zu den 19 internationalen Firmen gehören:

- die staatliche Erdölgesellschaft Empresa Colombiana de  Petroleos (Ecopetrol): 575.000 Barrel am Tag

- BP Amoco (britisch): Seit 1987 investierte das Unternehmen ca. US $3 Billionen in Erdöl; zusammen mit vier anderen Unternehmen operiert BP in einem Projekt auf den Cusiana - Cupiagua Feldern; außerdem Förderung von 240.000 Barrel/Tag

- Petrobras: Investitionen in Kolumbien seit 1972. Die durch-schnittliche Tagesproduktion belief sich zwischen Januar bis März 2003 auf 14.800 Barrel, während sich die Erdgasproduktion auf 1.100 Barrel pro Tag belief. Im Dezember 2002 hatte Petrobras eine Ölreserve von 45,8 Mio Barrel in Kolumbien

- Occidental (USA): Seit 20 Jahren investiert OXY im Cano Límon Feld

- Nexen: Seit 2000 erste Investitionen

- Petrobank Energy and Resources (Kanada) plant US $45 Millionen in Kolumbien zu investieren.

- weitere Unternehmen: Canadian, Chevron, Cities Service Petroleum Corporation (USA), Conodo, Emerald, Harken, Hoco, ICA S.A., Kelt, San Jorge, Shell, Tecnopetrol, Total, Triton und Texano

2002 haben durch neue vertragliche Regelungen (siehe unten) folgende Unternehmen bei Ecopetrol Interesse gezeigt: Sipetrol (Chile), Argosy Energy Inernational (Kolumbien), Petrominerales (Canada), Mercantile Oil & Gas (USA), Lukoil (Russland, Vertrag mit Ecopetrol im April 2002 zur Erforschung und Entwicklung von Öl).

Industrielle Organisation

Um Investitionen im Land attraktiver zu gestalten, wurden 1999 neue vertragliche Regelungen festgelegt. Zum einen wurde der Pflichtteil von Ecopetrol bei Unternehmenszusammenschlüssen von 50 auf 30 % reduziert. Außerdem wurde die Standardgebühr von 20 % zu einem variierenden Tarif verändert, der zwischen 8 und 20 % variieren kann. Dies soll vor allem kleinere Felder rentabler machen.

Die Konzerne müssen Verträge mit der staatlichen Erdölgesellschaft Ecopetrol abschließen, die diesem einen hohen Gewinnanteil sichert. Die zuständige staatliche Behörde ist das Ministerium für Bergbau und Energie. Ecopetrol ist das staatliche Unternehmen, welches sowohl Erdöl- und Erdgasfelder betreibt als auch die Kooperationsverträge mit ausländischen Firmen aushandelt. Die privaten Erdölunternehmen sind in der Asociación Colombiana de Petróleos (ACP) zusammengeschlossen.

Regenerative Energiequellen

Wasserenergie: In Kolumbien gibt es drei große Flußsysteme die Wasserenergie erzeugen: Das Orinocobecken, das Amazonasbecken, und das Flußsystem der Magdalena.

Insgesamt machen diese einen Anteil von 80 % am gesamten Stromverbrauch von Kolumbien aus. Drei Kraftwerke erzeugen jeweils mehr als 1.000 MWe an Strom und weitere 12 mit mehr als 200MWe.

Windenergie: Kolumbien plant sein erstes Projekt mit Windenergie. Die Regierung verhinderte zunächst das Projekt der Firma EPM mit hohen Steuern. Bislang führt die Firma eine Studie durch, welche die Rentabilität feststellen soll.

Ökologische Aspekte

Das wichtigste Anliegen ist es, die Öl- und Gasleitungen vor terroristischen Anschlägen zu schützen. Außerdem wurden durch undichte Leitungen manche Flüsse, Wälder und Ländereien verschmutzt.

CO2 - Ausstoß

Der CO2 - Ausstoß durch fossile Brennstoffe ist von 1990 bis 2001 um 40 % gestiegen. Während die Emission 1990 noch 11,25 Mio. Tonnen betrugen, waren es 2001 bereits 15 Mio. Tonnen. Dies hängt mit dem verstärkten Konsum von Kraftstoffen und andern fossilen Energieträgern zusammen. Erdöl hat mit einem Anteil von 9,3 Mio. Tonnen CO2 - Ausstoß den mit Abstand größten Anteil an den Emissionen.

Situation der Indigenen

Die zuständige staatliche Behörde für indigene Völker ist die Generaldirektion für indigene Angelegenheiten im Innenministerium. In Lateinamerika nimmt Kolumbien eine Sonderstellung ein. In keinem anderen Land sind die verfassungsrechtlichen Garantien für indigene Völker so groß wie in Kolumbien. Zum einem haben sie ein eigenes Territorium, das rechtlich einer ländlichen Gemeinde gleichgestellt ist. Zum anderen haben sie eine eigenständige Regierungsform mit einer eigenen Rechtsprechung, die jedoch der kolumbianischen Rechtsprechung nicht widersprechen darf. Diese Rechte werden jedoch nur zu einem Bruchteil realisiert. Auch bei der Ausbeutung der Ressourcen des Landes haben wirtschaftliche Interessen Vorrang. (www.gfbv.de/dokus/memokol.htm) Trotz der Drohung der U´wa, kollektiven Selbstmord zu begehen, ließ sich die amerikanische Firma Occidental Petroleum Corporation Oxy nicht davon abhalten erste Probebohrungen durchzuführen. (www.efriz.ch/archiv/003/t-7.html)

Kolumbien hat das Übereinkommen 169 der International Labour Organization (ILO) ratifiziert. Die Organisation gibt es seit 1989. Ihre Mitgliedsländer sind verpflichtet, die politischen und sozialen Organisationsformen sowie die kulturellen Institutionen der indigenen Völker anzuerkennen und zu fördern. Es sind jedoch nur wenige Staaten daran beteiligt. Aus Süd- und Mittelamerika sind es Bolivien, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, Venezuela, Ecuador, Paraguay und Peru.

 

Quellen:

Fossil Energy International - Colombia

Nationmaster.com - Colombia

 

Zusammengesellt von Annabell Hummel

Bearbeitet von Barbara Schweitzer