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Das Rotary-Bohrverfahren, das 1844 von R. Beart in Großbritannien zum Patent angemeldet wurde, ist heute das gebräuchlichste, neben dem Bohren mit Turbine. Beim Rotary-Verfahren hängt das Bohrgestänge (miteinander verbundene Rohre), an dessen unteren Ende das Bohrwerkzeug (Bohrkrone; entweder Rollenmeißel oder Diamantenmeißel) befestigt ist, am Bohrturm. Durch einen Drehtisch wird das Bohrgestänge in Rotation versetzt und die Bohrkrone (auch: Meißel) „frisst“ sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Umdrehungen pro Minute in das Gestein rein, je nach Härte des Gesteins wenige Zentimeter bis zu mehreren Metern pro Stunde. Mit einem Durchmesser von 70cm bis 10cm verengt sich das Bohrloch mit zunehmender Tiefe. Das Bohrloch wird mit Steigrohren versehen und das Gestein von innen zementiert, um ein Einstürzen zu verhindern. Dazu wird es durch das sogenannte Eruptionskreuz verschlossen und mit Manometern ausgestattet. Um das vom Meißel abgetragene Gesteinsmaterial kontinuierlich nach oben zu transportieren, wird eine sogenannte Spülpumpe installiert, die zudem auch einen Kühleffekt auf den Meißel hat. Die durch die Spülung zu Tage gebrachten Gesteinsteilchen (auch: Bohrklein) werden untersucht, um daraus Rückschlüsse auf die Eigenschaften der durchbohrten Schichten zu ziehen.

Das Bohren mit Turbine wurde insbesondere in der ehemaligen Sowjetunion angewandt und wird heute vor allem bei abgelenkten Bohrungen eingesetzt. Der Antrieb des Bohrmeißels sitzt bei diesem Verfahren in einer Turbine, direkt über dem Meißel. Durch die Turbine wird mit hohem Druck Spülungsflüssigkeit gepresst, welche den Meißel in Drehung versetzt. Der Vorteil ist , dass beim Bohren mit Turbine gezielt von der Senkrechten in andere Richtungen abgelenkt werden kann. Durch Weiterentwicklung dieses Verfahrens ist es heute möglich, Horizontalbohrungen im Speichergestein über hunderte von Metern durchzuführen, um so an Öl- und Gaslagerstätten vorzudringen, deren wirtschaftliche Erschließung ohne dieses Verfahren nicht möglich wäre.

 

Der Fördervorgang

Offshore-Förderung