Klima Bündnis - Schwarzes Gold aus grünen Wäldern - Erdöl aus Amazonien
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Die Exploration oder die Suche nach Erdölquellen spielt eine immer größere Rolle in der Ölindustrie, da die großen Ölfelder bereits entdeckt wurden und die Suche nach weiteren Quellen immer aufwendiger wird. Bereits die Exploration hat enorme Auswirkungen auf Mensch und Natur, insbesondere im Amazonasgebiet.

In die Verhandlungen über die Vergabe von sogenannten Konzessionsgebieten zur Erdölförderung sind ausschließlich die jeweilige Regierung und die großen Erdölunternehmen einbezogen. Das bedeutet, das die indigenen Völker, deren Siedlungsgebiete zu 90% deckungsgleich mit den Konzessionen sind, kein Recht auf Beteiligung an diesem ersten Prozess haben. Ihr Widerstand gegen den Einzug der Ölunternehmen ist von Ort zu Ort unterschiedlich, gewaltsam oder gewaltlos. Er wird vor allem geleistet, um die eigenen Lebensräume, die eigenen kulturellen und religiösen Überzeugungen und Vorstellungen sowie die enorme biologische Vielfalt zu verteidigen und zu sichern.

 

In historischen Zeiten war die Suche nach Erdöl weitaus einfacher als heute, da das Erdöl zum Teil an die Oberfläche sickerte und man so über Tage auf ölhaltige Gesteinsfelder stieß. Bei der heutigen Exploration von Erdöllagerstätten ist die Zusammenarbeit vieler geowissenschaftlicher Disziplinen und modernster Technik gefragt. Das Ziel der Suche sind günstige Bodenstrukturen, in denen die Speicherung von Erdöl überhaupt möglich ist, sogenannte Ölfallen.

 

In der Phase der Exploration werden seismische und magnetische Messungen durchgeführt, d.h. in regelmäßigen Abständen von 5 bis 10 Metern werden Löcher gebohrt, in denen Sprengstoffladungen gezündet werden. Das zuvor definierte Netz der Detonationen wird durch etwa 3 Meter breite Schneisen zugänglich gemacht. Durch die Explosion entstehen künstlich erzeugte Schallwellen, deren Reflexion mit Hilfe von sogenannten Geophonen aufgenommen und im Anschluss digitalisiert werden, um so Rückschlüsse auf die Lage und die Größe der Ölfallen zu ziehen.

 

Welche Auswirkungen hat die Exploration auf Mensch und Natur im Amazonasgebiet?

 

Vor dem Beginn der Exploration muss erst einmal ein Strassennetz, Landeplätze für Helikopter und ein Camp für die Arbeiter errichtet werden, um zu den meist nicht erschlossenen Gebieten im Amazonasgebiet zu gelangen. Dazu werden große Waldflächen des tropischen Regenwaldes gerodet, was aufgrund der sensiblen Böden und der enormen Artenvielfalt gravierende Folgen impliziert.

Die Erschließung dieser Gebiete durch Straßen zieht zumeist auch Siedler und Holzfirmen an, die in die Gebiete der indigenen Völker vordringen und ihnen ihre Ressourcen und ihr Land streitig machen. Je nach Dauer der Explorationsphase werden zum Teil provisorische Siedlungen errichtet, um die vielen Arbeiter der Erdölunternehmen unterzubringen. Diese fast permanente oder zeitweilige Siedlungsweise beinhaltet meist auch infrastrukturelle, ökologische und kulturelle Veränderungen durch die Errichtung von Läden, Schulen, etc. und die Erzeugung von Abfall.

Aufgrund des immensen Lärms und der Vibrationen durch die Explosionen wird das Großwild vertrieben, welches zur Nahrungsmittelversorgung der indigenen Völker beiträgt. Da sich die Phase der Exploration über einen längeren Zeitraum ziehen kann, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Tiere wieder zurückkehren.

Gibt es Anzeichen für den Fund einer großen Ölquelle, dann folgen den seismischen Messungen die ersten Probebohrungen. Vor der ersten Bohrung müssen die Unternehmen eine Umweltverträglichkeitsprüfung vornehmen, einen Umweltmanagementplan aufstellen und die Sozialstandards vertraglich berücksichtigen. Die Berücksichtigung dieser Auflagen geben keine Garantie für eine optimale Durchführung der Vorhaben, sofern sie überhaupt eingehalten werden (dies wird zum Beispiel beim Baus der OCP-Pipeline in Ecuador deutlich). Selbst in Naturschutzgebieten werden Konzessionen zur Erdölförderung vergeben.

Um die Anlagen für die Probebohrung zu installieren, müssen weitere Waldflächen gerodet werden. Durch die Bohrungen werden Erdöl, Erdgas und sogenanntes Formationswasser, das giftige Salze und Schwermetalle enthält, zu Tage gefördert.

Erweist sich das untersuchte Gebiet als ertragreich, dann folgt die eigentliche Erdölförderung.

 

Entstehung von Ölfallen

Methoden der Exploration

Erdölfunde