Klima Bündnis - Schwarzes Gold aus grünen Wäldern - Erdöl aus Amazonien
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Stellen die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen während der Explorationsphase ein ertragreiches Erdölvorkommen in Aussicht, dann beginnt schließlich die eigentliche Förderung des schwarzen Goldes. Erst die sogenannte Probe- oder Explorationsbohrung gibt einen sicheren Aufschluss über das Vorkommen einer Rohstoffquelle im Untergrund. Die Kosten für die Bohrungen belaufen sich bei der Offshore-Förderung auf 40% und bei der Förderung an Festland sogar auf 80% der gesamten Erschließungskosten von Rohstoffquellen.

Es gibt unterschiedliche Bohrverfahren, von denen das sogenannte Rotary-Bohrverfahren das gebräuchlichste ist. Der Prozess der Erdölförderung wird teilweise durch chemische Verfahren unterstützt, um den Lagerstättendruck zu erhöhen und so die Effizienz der Förderung zu steigern. Die entstehenden Abfälle werden ungenügend entsorgt, so dass in den meisten Fällen die Umwelt und folglich auch die ansässigen Menschen darunter leiden müssen.

 

Welche Auswirkungen hat die Förderung auf Mensch und Natur im Amazonasgebiet?

 

Die Bohrungen werden in einem Abstand zwischen 500 und 2000 Meter durchgeführt. Bei der künstlichen Stärkung des natürlichen Lagerstättendrucks, der nach einer bestimmten Förderzeit nach und nach abnimmt, wird neben der Einpressung von Wasser und Gas auch auf Chemikalien zurückgegriffen, um beispielsweise die Porosität des Gesteins zu erhöhen. Durch die Bohrungen entsteht der sogenannte Förderschlamm und andere Abfallprodukte, deren Volumen Schätzungen zu Folge pro Bohrloch 4.200m3 beträgt. Die genaue chemische Zusammensetzung dieses Bohrabfalles ist nicht immer im Detail bekannt, aber es sind meistens toxische Verbindungen aus Aluminium, Antimon, Nickel, Zink, Benzol, Naphthalin, Phenathren sowie Natrium- und Chlorsalze enthalten. Der Bohrabfall wird in Rückhaltebecken gelagert, die allerdings oftmals zu klein sind und aufgrund der hohen Niederschlagsmenge zum Teil überlaufen, so dass die teils toxischen Substanzen in die Böden eindringen sowie die Gewässer verschmutzen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die dort ansässigen Menschen, welche ihr Trinkwasser und ihre Nahrung direkt aus der Umwelt beziehen.

Neben dem Erdöl werden auch Erdgas und das sogenannte Formationswasser, das giftige Salze und Schwermetalle (wie Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber) enthält, an die Oberfläche transportiert. Ein umweltschonender aber zugleich auch kostspieliger Umgang mit dem Formationswasser wäre die Rückführung in die Bohrlöcher, statt dessen wird es meistens entweder direkt ins Meer bzw. in die Oberflächengewässer geleitet oder in Auffangbecken gelagert, welche aufgrund der hohen Niederschläge in den tropischen Regenwäldern häufig überlaufen. Pro Barrel Erdöl fällt ein Barrel Formationswasser an. Die negativen gesundheitlichen Folgen erstrecken sich von Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall über chronische Nieren- und Leberschäden, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen bis hin zu einem erhöhten Krebsrisiko.

Das Erdgas hingegen wird aufgrund der zu kostspieligen Weiterverarbeitung und Transportmöglichkeiten oder eines fehlenden Erdgasmarktes in den meisten Fällen einfach direkt abgefackelt. Pro Kubikmeter Erdöl werden durchschnittlich 272m3 Erdgas abgebrannt. Einerseits kann dies zu erhöhten Temperaturen der Umgebung und dadurch zum Schmelzen der Permafrostböden in den nördlichen Fördergebieten beitragen. Andererseits entsteht bei der Verbrennung, insbesondere von sehr schwefelhaltigen Gas, neben Russ und CO2 auch SO2. In Kombination mit Wasser bildet dies Schwefelsäure und ist damit ein Bestandteil des sauren Regens. Neben der Verschmutzung der Luft und des Regenwassers werden durch die unkontrollierte Verbrennung auch zahllose Insekten vernichtet.

Die gesundheitlichen Schädigungen der ansässigen indigenen Völker sind vielseitig. Nachweislich enthalten Rohöl und seine Verbrennungsstoffe krebserregende aromatische und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Benzopyren). Das Benzopyren lagert sich in die Nahrungsmittelkette ein und kann neben Krebs auch zu Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit führen. Untersuchungen in Ecuador zufolge ist das Risiko an Kehlkopfkrebs zu erkranken in den Erdölfördergebieten 30 mal höher als im übrigen Land und der Ausbruch von Leber- und Hautkrebs 15 mal wahrscheinlicher.

Neben diesen direkten Auswirkungen durch die Erdölförderung wird die Gesundheit der Menschen durch das Einschleppen von unbekannten Krankheiten durch die Siedler gefährdet. Obwohl diese Krankheiten in städtischen Gebieten keine Gefahr mehr darstellen, können sie für die indigenen Völker lebensbedrohlich sein.

 

 

Bohrverfahren

Der Fördervorgang

Offshore-Förderung