Allgemeine Daten
(Hier finden Sie weitere Länderinformationen)
Bevölkerung: 28.409.897 mit einem Bevölkerungswachstum bei 1,61% (2003).
Fläche: Peru erstreckt sich auf 1.285.220 km².
Landschaft: Im Westen Pazifikküste, Zentral arides Andengebirge, im Osten Amazonas-regenwald
Klima: von tropisch im Osten bis zu trockenerem Wüstenklima im Westen. In den Anden ist es kälter.
Bruttosozialprodukt: 2000 betrug das BSP US $57,4 Milliarden, Wachstumsrate 4,5 %
Rohstoffe: Silber, Gold, Erdöl, Erdgas, Kupfer, Holz, Eisenerz, Kohle, Phosphate
Ethnische Zusammensetzung
Indianer 45%
Mestizen 37%
Weiße 15%
Schwarze, Japaner, Chinesen und sonstige 3 %
Die größten indianischen Völker sind die im Hochland lebenden Aymará und Quechua.
Erdölreserven
Die nachgewiesenen Reserven beliefen sich im Januar 2003 auf rund 350 Millionen Barrel.
Erdölförderung
Von 1996 bis 2001 ist die Erdölproduktion Perus von 123.000 Barrel am Tag auf 97.000 Barrel am Tag gefallen. Die Förderung von Rohöl betrug 2001 93.000 Barrel am Tag.
Peru ist mit dieser Menge Hauptproduzent von Schweröl in ganz Lateinamerika.
Am meisten produziert das Unternehmen Occidental Petroleum, das einen Marktanteil von 38 % hat. Ihm folgen Pluspetrol mit 25 %, Petrotech mit 13 % und Perez Company mit 12 %.
Die Regierung möchte bis 2005 jährlich 112,5 - 150 Millionen US $ in die Exploration und Förderung investieren.
Interner Erdölverbrauch
2001 lag der interne Verbrauch bei 160.000 Barrel am Tag. Peru importiert selbst Leichtöl. Der Import von Erdöl betrug 83.000 Barrel am Tag. Importländer sind Kolumbien, Ecuador und Venezuela.
Erdöl Export
Der Exporterlös ist trotz Erhöhung der Exportzahlen verschwindend gering.
Erdölfelder
Am meisten wird im nördlichen Urwald, im Tumbes-Prugreso-Becken, Erdölexploration betrieben. Der größte Teil der 150 km² (37 Millionen "acres") des Beckens sind noch unerforscht.
Investitionen
Die Investitionen in die Erkundung und Förderung von Erdöl sind in Peru nicht ganz so hoch wie in den benachbarten Ländern, da die Investitionen für Projekte höher sind. In anderen Ländern sind die Steuern günstiger und die Zinssätze niedriger. Aus diesem Grund reduzierte die Regierung im Jahr 2000 den Zinssatz von 15 % auf 10 %.
Erdgasreserven
Im Januar 2003 beliefen sich die bekannten Erdgasreserven auf 243 Milliarden m³ ( 8,7 Billionen Kubikfuß).
Erdgasförderung
2001 wurde in Peru insgesamt 364 Millionen m³ (13 Milliarden KF) Erdgas produziert.
Erdgasverbrauch
Peru konsumiert seine gesamte Produktion selbst.
Erdgasfelder
Camisea Gasfeld: Das angeblich größte Erdgasfeld Südamerikas, befindet sich östlich der Anden am Camiseafluß. Die Erdgasreserven werden auf 243,6 Milliarden (8,7 Billiarden Kubikfuß) geschätzt. Die Explorationstätigkeiten wurden von Shell in Kooperation mit Mobil durchgeführt. Nach Beendigung der Erkundungen zog sich der Konzern 1998 zurück und Pluspetrol übernahm die Leitung einer neuen Firmenzusammenschlusses.
Bis Ende 2003 will der Ölfirmenzusammenschluss "Transportadora de Gas del Peru" US $400 Millionen investieren.
Aguaytia: Die Erdgasreserven belaufen sich auf etwa 12,32 Milliarden m³ (440 Milliarden Kubikfuß). Auf dem Feld werden etwa 1.300 Barrel verflüssigtes Petroleumgas und 2.500 Barrel Benzin am Tag hergestellt.
Infrastruktur der Erdöl- und Erdgasproduktion
Erdöl:
Norperuano Pipeline: Sie verläuft über 852 km vom Amazonas zum pazifischen Ozean. Ihre Kapazität beträgt zwischen 200.000 und 250.000 Barrel am Tag, die tatsächliche Förderung beträgt jedoch nur 80.000 Barrel pro Tag Schweröl. Dennoch fördert sie 80 % der Produktion.
Argentina’s Pluspetrol hat eine 110 km lange Pipeline im Nordosten Perus geplant.
Erdgas:
Transportadora de Gas del Peru baut momentan ein 574 km lange Gasleitung von dem Camisea Gasfeld in Städte an der Westküste. Das Projekt kostet US $700 Millionen. Die Kapazität beträgt 6,5 Millionen m³ am Tag. Sie soll am Tag 35.000 Barrel Naturgas transportieren.
Im Gespräch ist eine Pipeline nach Ecuador und eine nach Bolivien.
Erdöl- und Erdgasfirmen in Peru
Um die 30 Unternehmen operieren in Peru im Bereich der Erdöl und Erdgasforschung und Produktion. Der größte Ölproduzent des Landes, mit 38 % Marktanteil, ist Occidental Petroleum. Ihm folgen Pluspetrol (25 %), Petrotech (13 %) und Perez Company (12 %).
Organisation
Perupetrol ist das staatliche Öl- und Gasunternehmen. Es vergibt aber auch Lizenzen zur Erforschung und Förderung von Erdöl und Erdgas an andere Unternehmen.
Regenerative Energiequellen
Durch die Anden werden die Flußverläufe in zwei Systeme unterteilt: dem Pazifik-System und dem Atlantik System. Im Hinblick auf die Wasserenergie ist der Rimac der wichtigste Fluß des Landes. An ihm befinden sich 13 Wasserkraftwerke. Der größte Teil der Elektrizität Perus wird aus Wasserkraftwerken gespeist. Andere regenerative Energieerzeugungsmethoden konnten sich jedoch nicht durchsetzen.
Ökologische Aspekte
Zu Beginn der Erdölförderungen in den 1970er Jahren, wurde den sozialen Fragen und Umweltaspekten keinerlei Berücksichtigung geschenkt. Ein großes Problem stellte die ungenügende Behandlung der Abwässer dar, das in Verbindung mit Erdöl aus der Lagerstätte gefördert wird. Dieses Wasser ist giftig und sehr salzhaltig. Nach Zeugenaussagen wurde es noch bis 1996 ohne jegliche Aufbereitung in die Flüsse geleitet, was zu deren Versalzung führte.
Aufgrund der schwer zugänglichen, isolierten Lage der Amazonasregion wurden die schweren sozialen und ökologischen Schäden auf nationaler und internationaler Ebene kaum wahrgenommen. Weder die staatlichen Institutionen noch Nichtregierungsorganisationen waren und sind vor Ort ausreichend präsent.
Erst seit Beginn der 1990er begann die indianische und nicht-indianische Bevölkerung Widerstand gegen die Art der Erdölförderung zu leisten. 1996 reichte der Bürgermeister der Region Trompeteros eine formale Klage gegen Occidental Petroleum und Petroperu ein. Die indianischen Organisationen verlangten, den ökologischen Ausnahmezustand in der Region zu verhängen und endlich Maßnahmen zur Vermeidung von Umweltschäden zu ergreifen. Zwar hat Occidental Petroleum 1996 einen "Plan zur Anpassung und Umweltmanagement" vorgelegt, der aber in erster Linie auf die technische Verbesserung der Förderanlagen abzielt und nach Aussagen der indianischen Organisationen zu kurz greift.
CO2 - Ausstoß
Der CO2 - Ausstoß betrug 2001 in Peru insgesamt 7,18 Millionen Tonnen. Das meiste steuerte dabei das Erdöl, mit 6,3 Millionen Tonnen, hinzu.
Zur Situation der Indigenen
In Peru gibt es ein Gesetz, demzufolge indigene Gemeinschaften bei Erdölvorhaben auf ihren Territorien zu konsultieren sind.
In Peru wurde aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. In den letzten Jahren wurde größeren Wert auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit gelegt. Die Explorationstätigkeiten in der Camisea Region werden von Shell und Mobil mit einer größeren Transparenz und unter Einbindung der indianischen Bevölkerung durchgeführt. Durch Anthropologen und Nichtregierungs- organisationen wurde schon im Vorfeld mit den Bewohnern Kontakt aufgenommen und mit ihnen verhandelt. Doch seit der Übernahme von Camisea durch Pluspetrol fühlen sich die Indianer heute in ihrem Mitspracherecht übergangen und fordern eine sofortige Einstellung der Förderungstätigkeiten.
Quellen:
Fossil Energy International - Peru
Nationmaster - Peru
Weitere Infos zu Erdöl in Peru:
Erdöl am Rio Corrientes
Das Projekt CAMISEA
Zusammengesellt von Annabell Hummel
Bearbeitet von Barbara Schweitzer