Klima Bündnis - Schwarzes Gold aus grünen Wäldern - Erdöl aus Amazonien
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Der Weg des Erdöls von seiner Quelle bis zur Tankstelle oder zu seiner petrochemischen Weiterverarbeitung ist sehr weit und verläuft auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlichen Beförderungsmitteln. Die Distanzen zwischen den Förderländern und den Verbraucherländern sind meist nicht ohne Verluste bzw. Auswirkungen auf Mensch und Natur zu überwinden. Die großen Tankerunglücke sind wohl am bekanntesten, jedoch sind die Schäden entlang einer Pipeline oftmals viel gravierender.

 

Der Weg zur Raffinerie

 

In der Regel findet die Beförderung des Erdöls vom Bohrloch zur Raffinerie mittels Pipeline statt. In Ecuador beispielsweise liegen die größten Erdöllagerstätten im Amazonasgebiet bzw. im Oriente, die Raffinerien befinden sich jedoch an der pazifischen Küste (z.B. Esmeraldas). Das bedeutet es muss eine Strecke von über 500km durch den Regenwald und über die Anden hinweg überwunden werden, um das Rohöl weiterzuverarbeiten. Auf dieser Distanz kommt es zu erheblichen ökologischen und sozialen Auswirkungen. Der Grund hierfür liegt einerseits in der Auswahl der Trassen, welche teilweise durch sensible ökologische und soziale Gebieten führen, andererseits in der ungenügenden Wartung und Kontrolle der Pipelines, so dass Lecks oftmals erst sehr spät erkannt werden. Bei der Wahl der Trassen ist teilweise erkennbar, dass wirtschaftliche Aspekte Vorrang vor den ökologischen und sozialen Aspekten haben. Beim Entscheidungsprozess sind weder die indigenen Völker noch Umweltorganisationen mit Mitspracherecht beteiligt. Durch das Auslaufen von Erdöl aus den Piplines wird der Boden und die Gewässer verseucht, von denen die indigenen Völker leben, diese Folgen sind irreversibel. Die Weltbank hat Umwelt- und Sozialstandards entwickelt, welche zwar nicht verpflichtend sind, aber als Leitfaden für die Durchführung solcher Großprojekte dienen. Es müssen Gutachten durchgeführt werden, um eine ökologisch und sozial optimale Ausführung zu bescheinigen. Im Fall des Baus der OCP in Ecuador, welche im Jahr 2003 fertiggestellt wurde, ist die Unabhängigkeit der Gutachter zum Unternehmen fraglich, da ein anderer unabhängiger Gutachter bedenkliche Feststellungen bei seiner Untersuchung der Trasse gemacht hatte.

 

Von der Raffinerie zum Verbraucherland

 

Die Produktionszentren von Öl liegen im Mittleren Osten, in der früheren Sowjetunion, in Westafrika und in Südamerika, während die Verbraucher vor allem die Industriestaaten des Nordens sind.

Der Transport von der Raffinerie zum Verbraucherland erfolgt zu drei fünftel mit Hilfe von Mineralöltankern, welche ein Ladegewicht von bis zu 400.000 Tonnen haben und zu zwei fünftel durch Pipelines.

Ein weltweites Röhrensystem von mehr als 3 Millionen Kilometern Länge sichert die Versorgung der Welt mit Energie, jährlich werden etwa 25.000 Kilometer angebaut. Pipelines sowie Tanker bergen ein hohes Gefahrenpotential.

Zu den schlimmsten Ölverschmutzungen der Umwelt durch Tankerunfälle gehören beispielsweise die „Castillo de Bellver“, welche 1983 im Atlantik vor Südafrika Feuer fing und 266.000 Tonnen Öl verlor, die „Amoco Cadiz“, welche 1978 vor der Bretagne auf Grund läuft und auseinanderbricht, wodurch 228.000 Tonnen Öl in die See fließen und etwa 360 km der Küste verschmutzen oder die „Aegean Sea“, welche bei der Einfahrt in den nordspanischen Hafen La Coruna auf felsigen Grund stößt, auseinanderbricht und dadurch 81.000 Tonnen Öl einen Ölfilm von 220km Länge vor der galizischen Küste bilden.

Bei den Pipelines hingegen kann man die Unglücke statistisch nicht so genau beziffern, da neben den großen Unglücken die Auswirkungen durch die ständigen kleinen Austritte viel gravierender sind. Der größte Teil der verlegten Pipelines ist heute überaltet und dadurch brüchiger und anfälliger geworden.

 




BP-Statistik: Globale Erdöl-Handelsströme