Die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung Venezuelas ist, wie in keinem anderen Land in Lateinamerika, mit dem Erdöl verbunden. Venezuela als eines der Gründungsmitglieder der OPEC ist das einzige Land auf dem amerikanischen Kontinent, das diesem Kartell angehört.

Die Erdölförderung hat Venezuela teilweise immensen Reichtum beschert. Trotzdem profitierten nicht alle Bevölkerungsschichten von diesem Wohlstand. Der Reichtum verpufft hauptsächlich im Konsum und dem Bau von Prestigeprojekten, während vor allem die ländliche Bevölkerung weiterhin arm bleibt. Durch die starke Abhängigkeit führten sinkende Weltmarktpreise gleichzeitig zu schweren wirtschaftlichen und politischen Krisen.
Die indigene Bevölkerung Venezuelas wurde von Beginn an mit den negativen Folgen der Erdölförderung konfrontiert. Sie hatte kaum Rechte auf Selbstbestimmung. Erst mit der Verfassungsreform von 1999 wurden die indigenen Rechte in der Verfassung verankert.
Trotz des immensen Reichtums, den Venezuela mit der Erdölförderung über viele Jahre anhäufte, wurde der Wohlstand sehr ungleich verteilt. Ein Großteil der Bevölkerung, vor allem auf dem Land, hat von diesem Wohlstand nicht profitiert.